Eigentlich sollte hier ein längst überfälliger Bericht zu einigen meiner Ausflüge aus letzter Zeit stehen. Aus Zeitmangel und der ständigen Aktivitäten wegen, möchte ich heute stattdessen über meinen “Alltag” der letzten Woche berichten. Das mag jetzt zugegebenermaßen nicht besonders spannend daher kommen, doch will ich meine wöchentlichen Erlebnisse, wie dieser Tage, einfach einmal loswerden…
Nach einem eher arbeitsreichen Montagnachmittag, an dem ich an meinem zwanzigseitigem Projekt zu mechanischen Konstruktionen einer dieselhydraulischen Lokomotive in “Design works” weitergearbeitet habe, das man wohl mit Maschinenbaukonstruktionslehre übersetzen kann, klang der Abend gemütlich in kleinerer Runde in unseren WGs ab.
Dagegen war der Dienstag doch wieder einer dieser ereignisreichen Tage. Das besagte Fach, in dem ich meine Projektarbeit zu bearbeiten habe, wurde bereits letzte Woche mit einem Test abgeschlossen, also konnte ich den Vormittag, vorlesungsfrei, zum Arbeiten nutzen. Doch nicht lange währte die Ruhe, als plötzlich das große Klopfen losging. Erika, unsere Slowakin, fragte mich, ob wir abends nicht gemeinsam Halušky kochen wollen. Das ist eines dieser leckeren Gerichte, das mir auf dem internationalen, slowakischen Abend so geschmeckt hat. Wenige Minuten später kam dann neben dem Italiener, der mich wenigstens drei mal täglich in Beschlag nimmt und immer irgendetwas wissen will, Eugen, der mal wieder seine Runde drehte und jeden besuchte. Als hätten sie sich abgesprochen, fragte mich wenig später Elena, gemeinsam Mittagessen zu gehen.

Halušky – ein leckeres und einfaches slowakisches Gericht
Im späten Nachmittag besorgte ich noch ein Kilogramm Sauerkraut, aus dem Supermarkt. Leider hatte ich es zum central tirgus nicht mehr geschafft, frisches zu besorgen. Und dann wurde gekocht: Sauerkraut mit Salami angebraten, Kartoffeln gerieben, mit Mehl verdickt und das ganze wie Pelmeni im Wasser 10 Minuten gekocht. Alles zusammenkippen und fertig war das bonfortionös schmeckende Halušky! Viel Zeit blieb mir nicht zum Essen, denn gegen halb neun traf ich mich schon mit meiner lettischen Sprachtandempartnerin Annija in der Altstadt zum gemeinsamen Sprachenlernen. Und als wäre das alles noch nicht genug, erwartete mich am selben Abend noch eine Geburtstagsfeier von Josh.
Nach einem vorlesungsintensiven Mittwoch und meiner Arbeit an einem Vortrag im Fach electric supply zu Leistungselektrik von Nahverkehrsmitteln, den ich am Donnerstag halten sollte, ging ich am Abend noch mit Marjan, dem Litauer, traditionell wie jeden Mittwochabend in eine urige lettische Kellerbar. Dort heißt es für uns jeden Mittwoch Tanzabend. Aber nicht etwa zu den angesagtesten Hits von heute, nein, von diesen Clubs gibts hier mehr als genug. Eine Liveband, bestehend aus einer singenden Gitarristin, einem Schifferklavierspieler und einem zweiten Gitarristen, spielt traditionelle, lettische Volksmusik zum flotten Tanzrhythmus. In einem größeren Kreis formatieren sich von Lied zu Lied 10 bis 15 Tanzpaare, die mal in die eine, mal nach der anderen Richtung in geordneten Schritten tanzen. Ich hatte zwar anfangs meine Schwierigkeiten, die Schritte zu erlernen, doch kann man sich die oft nur aus fünf oder sechs Schritten bestehenden Tänze recht schnell merken. Vielleicht muss man sich das Ganze wie eine polnische Polka vorstellen, nur eben nach lettischer, nordeuropäischer Art. Lies mehr …
komentāru